Die Deutsche Carbon Management Initiative (DCMI) und Everllence SE haben heute bei einem Fach­dialog in Ober­hausen deutlich gemacht: Eine klima­neutrale und zu­gleich wett­be­werbs­fä­hi­ge In­dus­trie in Deutschland braucht ein­en schnel­len Aufbau von Carbon Management und CO₂‑Infrastruktur.
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17.06.2026

Carbon Management: Industrie und Politik drängen auf schnellen Aufbau der CO2‑Infrastruktur im Ruhrgebiet

Die Deutsche Carbon Management Initiative (DCMI) und Everllence SE haben heute bei einem Fach­dialog in Ober­hausen deutlich gemacht: Eine klima­neutrale und zu­gleich wett­be­werbs­fä­hi­ge In­dus­trie in Deutschland braucht ein­en schnel­len Aufbau von Carbon Management und CO2‑Infrastruktur. Im Mittel­punkt der Ver­an­stalt­ung mit Vertreter­innen und Vertretern aus In­dust­rie und Po­li­tik stan­den die Rolle von Carbon Capture, Utilization and Storage (CCU/S) für die De­kar­bo­ni­sier­ung en­er­gie­in­ten­si­ver Branchen sowie die Wertschöp-fungspotenziale für das Ruhr­gebiet – ein­schließ­lich neuer Ex­port­chanc­en für deutsche Carbon Management Tech­no­lo­gien und der Sich­er­ung hoch­wer­ti­ger In­dus­trie­ar­beits­plätze.

Für die Deutsche Carbon Management Initiative ist klar, dass ohne ein kon­se­quent um­ge­setzt­es Carbon Management eine klima­neu­tral­e In­dus­trie nicht er­reich­bar ist. „Wir brauchen Carbon Management als Er­gänz­ung zu Effi­zienz, Er­neue­r­bar­en und E­lek­tri­fi­zier­ung“, betont Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. Unter­nehm­en stün­den mit kon­kre­ten Pro­jek­ten in den Start­löch­ern, könnten diese aber nur re­a­li­sier­en, wenn ein ver­läss­lich­er Rechts­rahmen, be­schleu­nigte Ge­nehm­i­gung­en und ein klarer Pfad für den Au­fbau der CO2‑Infra­struk­tur vor­lägen. „Unser Ziel ist, dass aus ein­zel­nen Vorhaben ein funk­tio­nier­en­der Markt für Carbon Management in Deutsch­land und Eu­ro­pa ent­steht“, so Kehler.

Everllence zeigt in Ober­haus­en, dass die dafür be­nö­tig­ten Tech­no­lo­gien bereits ver­füg­bar sind. Das Unter­nehm­en ent­wickelt und liefert CO2‑Kompressoren und kom­plet­te Ver­dichtungs­sys­teme, die CO2 für Ver­flüs­si­gung, Pipeline‑Trans­port und Speich­er­ung auf­be­reit­en und in In­dus­trie­an­la­gen in­te­grier­en. „Die Tech­no­lo­gie ist nicht das Nadel­öhr“, erklärt Dr. Marco Ernst, Head of Segment CCU/S bei Everllence. „Wir wissen, wie CO2 aus Ab­gas­ström­en ab­ge­schie­den, ver­dichtet und trans­por­tiert werden kann. Ent­schei­dend ist, dass Po­l­itik und Re­gu­lier­ung jetzt die Vor­aus­setzung­en schaf­fen, damit diese Lö­sung­en im in­dus­triel­len Maß­stab ein­ge­setzt wer­den und lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Ge­schäfts­mo­del­le ent­ste­hen.“

„Mehr als 17 Million­en Ton­nen CO2 – das ist der Rest, der bleibt, wenn wir alle an­der­en Hebel aus­ge­schöpft haben. Er­neuer­bar­e, Was­ser­stoff, Ef­fi­zienz, Re­cycling. Für diese Meng­en brauch­en wir Carbon Management. Nicht als Aus­rede, sondern als Ant­wort. Gerade für Bran­chen, wie Ze­ment und Kalk gibt es kein­en an­der­en Weg, der Klim­a­schutz und Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu­sam­men­bringt. Nordrhein-Westfalen will beides und daran ar­bei­ten wir mit voller Kraft“, betont Silke Krebs, Staats­se­kre­tär­in im Mi­nis­ter­ium für Wirt­schaft, In­dus­trie, Kli­ma­schutz und En­er­gie des Lan­des Nordrhein-Westfalen.

Dr. Katharina Schubert, Geschäfts­führer­in von NRW.Energy4Climate, hebt hervor: „Nordrhein-West­falen will seine In­dus­trie nicht nur er­halt­en, son­dern für die Zu­kunft stär­ken. CCU/S ist ein un­ver­zicht­bar­er Teil dieses Weges. Das Ruhr­gebiet mit seiner dichten In­dus­trie­land­schaft, der b­e­steh­en­den En­er­gie­in­fra­struk­tur und der Nähe zu eu­ro­pä­isch­en CO2-Trans­por­trout­en hat das Po­tenzial, zu einem zentralen CO2-Hub für NRW, Deutschland und Europa zu werden. Dafür müssen jetzt die richtigen Rahmen­be­ding­ung­en ge­schaf­fen werd­en.“

Die ge­mei­nsame Ver­an­stalt­ung von DCMI und Everllence macht deutlich, welches Po­ten­zial im Carbon Management für Kli­ma­schutz, Wert­schöpfung und Be­schäft­i­gung steckt – gerade im Ruhr­ge­biet. Gleich­zei­tig zeigt sie, wie groß der Han­dlungs­druck ist: Ohne klare Ent­schei­dung­en zu Trans­port, Nut­zung und Speicher­ung von CO2 droht Deutsch­land den An­schluss an an­dere In­dustrie­re­gion­en zu verlie­r­en.

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