Positionen und FAQ


Die hier be­reit­ge­stell­ten Po­si­ti­ons­pa­pie­re und Stel­lung­nah­men ge­ben die ener­gie­po­li­ti­schen Po­si­ti­o­nen der Gas und Was­ser­stoff­wirt­schaft wie­der. Sie rich­ten sich vor al­lem an Po­li­tik, Ver­wal­tung und Fach­öf­fent­lich­keit und die­nen der po­li­ti­schen Mei­nungs­bil­dung. Mit der Ver­öf­fent­li­chung auf un­se­rer Web­sei­te ma­chen wir die­se Po&si­ti­o­nen auch für wei­te­re In­te­res­sier­te zu­gäng­lich und nach­voll­zieh­bar.

Die Do­ku­men­te sind im Kon­text der je­wei­li­gen po­li­ti­schen und fach­li­chen De­bat­te zu le­sen. Sie die­nen nicht der Be­wer­bung be­stimm­ter Pro­duk­te oder Dienst­leis­tun&gen ge­gen­über Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern. Aus­sa­gen zu Um­welt und Kli­ma­wir­kun­gen sind im Zu­sam­men­hang mit den je­weils be­schrie­be­nen Tech­no­lo­gien, Vo­raus­set­zun­gen und Ent­wick­lungs­pers­pek­ti­ven zu ver­ste­hen. Sie las­sen sich nicht pau­schal auf ein­zel­ne Pro­duk­te oder An­ge­bo­te über­tra­gen.

Bundesregierung
21.08.2026

Stellungnahme zum Referentenentwurf der Kohlendioxidleitungsverordnung (KLtgV)

Mit der Koh­len­di­o­xid­lei­tungs­ver­ord­nung soll ein bun­des­ein­heit­li­cher re­gu­la­to­ri­scher Rah­men für die Si­cher­heit, die Er­rich­tung, den Be­trieb und die Über­prü­fung von Koh­len­di­o­xid­lei­tun­gen ge­schaf­fen wer­den. Ein kla­rer und ver­läss­li­cher Rechts­rah­men ist eine we­sent­li­che Vo­raus­set­zung für den Auf­bau ei­ner leis­tungs­fä­hi­gen CO2-Trans­port­in­fra­struk­tur in Deutsch­land. Grund­sätz­lich ist es sach­ge­recht, auf be­währ­te Re­ge­lun­gen der Gas­hoch­druck­lei­tungs­ver­ord­nung zu­rück­zu­grei­fen und da­durch Er­fah­run­gen von Un­ter­neh­men, Sach­ver­stän­di­gen und Be­hör­den nutz­bar zu ma­chen. Der Re­fe­ren­ten­ent­wurf ver­folgt aus­drück­lich das Ziel, die GasHDrLtgV weit­ge­hend ent­spre­chend an­zu­wen­den und nur dort ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen zu tref­fen, wo Be­son­der­hei­ten von Koh­len­di­o­xid­lei­tun­gen dies er­for­der­lich ma­chen.

German Carbon Management Initiative
15.11.2025

Positionspapier zur Konsultation des Förderprogramms Klimaschutzverträge in Vorbereitung des Gebotsverfahrens 2026

Kli­ma­schutz­ver­trä­ge sind ein zen­tra­les Ins­tru­ment, um den Markt­hoch­lauf von CO2-Ab­schei­dung, -Nut­zung und -Spei­che­rung (CCU/S) in Deutsch­land zu er­mög­li­chen. Sie glei­chen in der frü­hen Trans­for­ma­tions­pha­se Mehr­kos­ten aus, schaf­fen Pla­nungs­si­cher­heit und sen­ken In­ves­ti­tions­ri­si­ken für emis­sions­in­ten­si­ve Bran­chen. Rich­tig aus­ge­stal­tet und an die spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen von CCU/S an­ge­passt, kön­nen sie den schnel­len Auf­bau von Markt- und In­fra­struk­turen ent­schei­dend vo­ran­brin­gen.

Stellungnahme zu einem ersten Gesetz zur Änderung des HSEG und Vertragsgesetz zur Ratifizierung der Änderung von Artikel 6 des sog. Londoner Protokoll
05.09.2025

Stellungnahme zu einem ersten Gesetz zur Änderung des HSEG und Vertragsgesetz zur Ratifizierung der Änderung von Artikel 6 des sog. Londoner Protokoll

Mit den vor­lie­gen­den Re­fe­ren­ten­ent­wür­fen zur Än­de­rung des Hohe-See-Ein­brin­gungs­ge­set­zes (HSEG) und zur Ra­ti­fi­zie­rung der Än­de­rung von Ar­ti­kel 6 des Lon­do­ner Pro­to­kolls wird eine zen­tra­le Rechts­lü­cke ge­schlos­sen. Da­mit wird das in­ter­na­ti­o­na­le Ver­bot des grenz­über­schrei­ten­den CO2-Trans­ports auf­ge­ho­ben und die­se Än­de­rung in deut­sches Recht um­ge­setzt. So ent­steht die recht­li­che Grund­la­ge, um künf­tig CO2 zur Spei­che­rung ins Aus­land – ins­be­son­de­re in Off­shore-Spei­chern – ex­por­tie­ren zu kön­nen und da­mit ei­nen wei­te­ren Bau­stein für einen ver­läss­li­chen, in­ves­ti­ti­ons­freund­li­chen Rah­men für den CCS-Hoch­lauf zu schaf­fen.

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpG)
04.07.2025

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpG)

Der vor­lie­gen­de Ge­setz­ent­wurf zur Än­de­rung des Koh­len­dio­xid­spei­che­rungs­ge­set­zes schafft erst­mals die Grund­la­ge für die rechts­si­che­re An­wen­dung von CCU/S-Tech­no­lo­gien und den Auf­bau einer CO2-In­fra­struk­tur. Die Deut­sche Carbon Ma­nage­ment Ini­ti­a­ti­ve (DCMI) be­grüßt die­sen Schritt aus­drück­lich – for­dert aber ge­ziel­te Nach­bes­se­run­gen, um In­ves­ti­ti­ons­si­cher­heit zu ge­währ­leis­ten und Deutsch­land als In­dus­trie- und In­fra­struk­tur­stand­ort im eu­ro­pä­i­schen CO2-Markt zu­kunfts­fest auf­zu­stel­len.

CO2-Transport
17.03.2025

Positionspapier Carbon Management: Rahmenbedingungen für CCU/S-Projekte in Deutschland und Europa schaffen

Die Carbon-Management-Strategie der Bun­des­re­gie­rung ist ein zen­tra­ler Schritt zur Schaf­fung von Rah­men­be­din­gun­gen für den Um­gang mit schwer ver­meid­ba­ren CO2-Emis­si­o­nen und für Ver­fah­ren zur Ent­nah­me von CO2 aus der At­mo­sphä­re und sei­ner dau­er­haf­ten geo­lo­gi­schen Spei­che­rung. Sie muss mit der Was­ser­stoff- und Bio­mas­se­stra­te­gie ver­zahnt wer­den. Zu­gleich braucht es einen EU-wei­ten CO2-Markt und glo­ba­le Ge­schäfts­mo­del­le, um eine zir­ku­lä­re Koh­len­stoff­wirt­schaft zu eta­blie­ren.

FAQ

Wel­che Rolle kann Carbon Ma­nage­ment als Er­gän­zung zur Emis­si­ons­ver­mei­dung spie­len?

Carbon Ma­nage­ment kann die Emis­si­ons­ver­mei­dung dort er­gän­zen, wo tech­ni­sche oder wirt­schaft­li­che Gren­zen er­reicht sind. In vie­len In­dus­trie­pro­zes­sen ent­ste­hen auch bei um­fas­sen­den Ef­fi­zienz­maß­nah­men und dem Ein­satz er­neu­er­ba­rer Ener­gien schwer ver­meid­ba­re CO2-Emis­si­o­nen. CCU/S er­mög­licht es, CO2 aus die­sen Pro­zes­sen ab­zu­schei­den und an­schlie­ßend zu nut­zen oder geo­lo­gisch zu spei­chern.

Carbon Ma­nage­ment steht da­bei nicht im Wett­be­werb zur Ver­mei­dung, son­dern er­gänzt sie ge­zielt. In­ter­na­ti­o­na­le Ana­ly­sen be­rück­sich­ti­gen CCU/S als eine Op­tion für den Um­gang mit schwer ver­meid­ba­ren Rest­emis­si­o­nen und – un­ter be­stimm­ten Vo­raus­set­zun­gen – für Ne­ga­tiv­emis­si­o­nen. In Kom­bi­na­tion mit Ef­fi­zienz, er­neu­er­ba­ren Ener­gien und Pro­zess­um­stel­lun­gen kann Carbon Ma­nage­ment ei­nen Bei­trag zur Min­de­rung von Treib­haus­gas­emis­si­o­nen leis­ten.

Wie kann CCU/S zur in­dus­tri­el­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit bei­tra­gen?

CCU/S kann einen Teil des bei emis­si­ons­in­ten­si­ven In­dus­trie­pro­zes­sen ent­ste­hen­den CO2 ab­schei­den. Die Wir­kung auf die Treib­haus­gas­bi­lanz hängt ins­be­son­de­re vom Ab­schei­de­grad, vom Ener­gie­ein­satz so­wie von der Nut­zung oder Spei­che­rung des CO2 ab. Ent­spre­chen­de Pro­jek­te kön­nen zu­gleich da­zu bei­tra­gen, Wert­schöp­fung, Ar­beits­plät­ze und In­ves­ti­ti­o­nen am Stand­ort Deutsch­land zu si­chern. Un­ter­neh­men kön­nen CO2-Kos­ten be­gren­zen und re­gu­la­to­ri­sche Ri­si­ken re­du­zie­ren, oh­ne Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten ins Aus­land zu ver­la­gern.

Der Auf­­bau ei­ner CO2-Wert­­schöp­fungs­ket­te schafft zu­dem neue Ge­schäfts­mo­del­le, tech­no­lo­gi­sche Kom­pe­tenz und Ex­port­chan­cen. Gleich­zei­tig si­chern CCU/S-fä­hi­ge In­fra­struk­tu­ren den An­schluss an ent­ste­hen­de eu­ro­pä­i­sche CO2-Märk­te. Carbon Ma­nage­ment ist da­mit ein in­dus­trie­po­li­ti­sches Ins­tru­ment zur Trans­for­ma­tion und zur Si­che­rung in­ter­na­ti­o­na­ler Wett­be­werbs­fä­hig­keit.

In wel­chen In­dus­trie­zwei­gen kön­nen CCU/S-Tech­no­lo­gien ein­ge­setzt wer­den?

CCU/S kommt ins­­be­­son­­de­­re in In­­dus­­trien mit un­­ver­­meid­­ba­­ren pro­­zess­­be­­ding­­ten Emis­­si­­o­­nen zum Ein­­satz. Da­­zu zäh­­len vor al­­lem die Ze­­ment- und Kalk­­in­­dus­­trie, die Che­­mie- und Stahl­­in­­dus­­trie, Raf­­fi­­ne­­rien so­­wie die Ab­­fall­­wirt­­schaft.

Auch bei der Bio­methan-Pro­duk­tion und der Her­stel­lung von koh­len­stoff­ar­mem Was­ser­stoff aus Erd­gas mit CO2-Ab­schei­dung spielt CCU/S eine wich­ti­ge Rol­le. Mit CCU/S kann ver­hin­dert wer­den, dass ein Teil des da­bei ent­ste­hen­den CO2 in die At­mo­sphä­re ge­langt. Die re­sul­tie­ren­de Treib­haus­gas­min­de­rung hängt vom Ab­schei­de­grad, vom Ener­gie­ein­satz, vom Trans­port so­wie von der Nut­zung oder dau­er­haf­ten Spei­che­rung des CO2 ab.

Wel­che CO2-Nut­zungs­op­ti­o­nen gibt es?

CO2 kann stoff­lich ge­nutzt wer­den, et­wa in der che­mi­schen In­dus­trie zur Her­stel­lung von Me­tha­nol, syn­the­ti­schen Kraft­stof­fen, Po­ly­me­ren oder Was­ser­stoff­de­ri­va­ten. Auch in der Bau­stoff­in­dus­trie wird CO2 ge­nutzt, bei­spiels­wei­se durch mi­ne­ra­li­sche Bin­dung in Be­ton oder Ze­ment.

Die­se An­wen­dun­gen kön­nen den Ein­satz fos­si­ler Roh­stof­fe re­du­zie­ren. Wie hoch die Min­de­rung der Treib­haus­gas­emis­si­o­nen aus­fällt, hängt ins­be­son­de­re vom Ener­gie­ein­satz und der Dauer der CO2-Bin­dung ab. Nicht das ge­sam­te ab­ge­schie­de­ne CO2 kann ge­nutzt wer­den. Für ver­blei­ben­de CO2-Men­gen kommt auch die geo­lo­gi­sche Spei­che­rung in Be­tracht. Für den Markt­hoch­lauf der CO2-Nut­zung braucht es kla­re re­gu­la­to­ri­sche Rah­men­be­din­gun­gen, An­rech­nungs­re­geln und wirt­schaft­li­che An­rei­ze.

Wa­rum sind Ska­len­ef­fek­te ent­schei­dend für die Wirt­schaft­lich­keit von CCU/S?

CCU/S ist ka­pi­tal­in­ten­siv und wird mit zu­neh­men­der Grö­ße deut­lich wirt­schaft­li­cher. Grö­ße­re Ab­schei­de­an­la­gen, ge­mein­sa­me Trans­port­lei­tun­gen und zen­tra­le Spei­cher sen­ken die Kos­ten pro Ton­ne CO2 er­heb­lich. Stan­dar­di­sie­rung und Be­triebs­er­fah­rung re­du­zie­ren In­ves­ti­tions- und Be­triebs­kos­ten.

Ska­len­ef­fek­te sind Vo­raus­set­zung da­für, CCU/S vom Pi­lot­pro­jekt in die in­dus­tri­el­le An­wen­dung zu über­füh­ren. Des­halb sind ge­mein­sam ge­nutz­te Clus­ter- und In­fra­struk­tur­lö­sun­gen zen­tral. Sie ver­mei­den in­ef­fi­zien­te Pa­ral­lel­struk­tu­ren, sen­ken ge­samt­wirt­schaft­li­che Kos­ten und er­mög­li­chen einen ge­ord­ne­ten Markt­hoch­lauf von Carbon-Ma­nage­ment-Tech­no­lo­gien.

Wie kön­nen re­le­van­te Men­gen CO2 kos­ten­ef­fi­zient ge­sam­melt und trans­por­tiert wer­den?

Die Bün­de­lung von Emis­si­o­nen in In­dus­trie­clus­tern ist der Schlüs­sel für ei­nen kos­ten­ef­fi­zien­ten CO2-Trans­port. Clus­ter schaf­fen aus­rei­chend Vo­lu­men für ge­mein­sam ge­nutz­te Trans­port- und Spei­cher­in­fra­struk­tu­ren und sen­ken da­mit die Kos­ten pro Ton­ne CO2.

Gleich­zei­tig re­du­zie­ren sie In­ves­ti­tions­ri­si­ken, er­leich­tern Ge­neh­mi­gun­gen und er­mög­li­chen einen schritt­wei­sen In­fra­struk­tur­aus­bau. In­dus­trie­clus­ter eig­nen sich zu­dem als Pi­lot­räu­me, um Tech­no­lo­gien, Ge­schäfts­mo­del­le und re­gu­la­to­ri­sche Pro­zes­se zu er­pro­ben. Sie bil­den da­mit die Grund­la­ge für einen ska­lier­ba­ren und wirt­schaft­li­chen Hoch­lauf von Carbon-Ma­nage­ment-In­fra­struk­tu­ren.

Wel­che Trans­port­lö­sun­gen für CO2 gibt es?

CO2 kann per Pipe­line, Schiff, Bahn oder Lkw trans­por­tiert wer­den – ab­hän­gig von Men­ge, Ent­fer­nung und Aus­bau­pha­se. Für gro­ße und kon­ti­nu­ier­li­che Vo­lu­mi­na sind Pipe­lines lang­fris­tig die wirt­schaft­lichs­te Lö­sung und bil­den das Rück­grat künf­ti­ger CO2-Net­ze.

In der Hoch­lauf­pha­se spie­len mul­ti­mo­da­le Trans­port­lö­sun­gen eine wich­ti­ge Rol­le. Sie er­mög­li­chen auch klei­ne­ren oder de­zen­tra­len Emit­ten­ten den Zu­gang zu Spei­cher- und Nut­zungs­in­fra­struk­tu­ren. Die Kom­bi­na­tion ver­schie­de­ner Trans­port­op­ti­o­nen schafft Fle­xi­bi­li­tät und er­mög­licht einen schritt­wei­sen, markt­ge­rech­ten Aus­bau.

Wel­che Rol­le spie­len Ha­fen­stand­or­te für CO2-Ex­port und in­ter­na­ti­o­na­le Lie­fer­ket­ten?

Ha­fen­stand­or­te sind zen­tra­le Kno­ten­punk­te für in­ter­na­ti­o­na­le CO2-Lie­fer­ket­ten. Sie ver­bin­den in­dus­tri­el­le Emis­sions­quel­len mit Re­gi­o­nen mit gro­ßen geo­lo­gi­schen Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten, et­wa in Nor­we­gen, den Nie­der­lan­den oder Dä­ne­mark.

Über CO2-Ter­mi­nals wird das Gas ver­flüs­sigt, zwi­schen­ge­la­gert und per Schiff zu Offshore-Spei­chern trans­por­tiert. Hä­fen er­mög­li­chen da­mit Ska­lier­bar­keit und Fle­xi­bi­li­tät im Hoch­lauf und si­chern die An­bin­dung Deutsch­lands an den ent­ste­hen­den eu­ro­pä­i­schen CO2-Markt.

Ist der CO2-Trans­port per Pipe­line si­cher?

Ja. Der CO2-Trans­port per Pipe­line ist tech­nisch er­probt und si­cher. In­ter­na­ti­o­nal be­ste­hen jahr­zehn­te­lan­ge Be­triebs­er­fah­run­gen mit tau­sen­den Ki­lo­me­tern CO2-Lei­tun­gen. In Eu­ro­pa gel­ten stren­ge recht­li­che und tech­ni­sche Vor­ga­ben, un­ter an­de­rem auf Ba­sis der EU-CCS-Richt­li­nie.

Mo­der­ne Pipe­lines ver­fü­gen über kon­ti­nu­ier­li­che Über­wa­chung, au­to­ma­ti­sche Ab­schalt­sys­te­me und Leckage­er­ken­nung. Bau und Be­trieb un­ter­lie­gen um­fas­sen­den Ge­neh­mi­gungs- und Kon­troll­pflich­ten. CO2-Pipe­lines sind da­mit eine si­che­re und be­währ­te Trans­port­lö­sung für gro­ße Men­gen.

Was pas­siert im Fal­le eines Lecks – et­wa in einer CO2-Lei­tung?

CO2-Pipe­lines dür­fen nur mit um­fas­sen­den Si­cher­heits- und Not­fall­kon­zep­ten be­trie­ben wer­den. Die­se wer­den re­gel­mä­ßig über­prüft und wei­ter­ent­wi­ckelt. Im Er­eig­nis­fall grei­fen mehr­stu­fi­ge Si­cher­heits­me­cha­nis­men, et­wa au­to­ma­ti­sche Druck­ab­sen­kung, Ab­sperr­ar­ma­tu­ren und de­fi­nier­te Ein­satz­plä­ne.

Zu­sätz­lich wer­den Lei­tun­gen kon­ti­nu­ier­lich über­wacht, um Ab­wei­chun­gen früh­zei­tig zu er­ken­nen. Die ein­ge­setz­ten Tech­no­lo­gien ba­sie­ren auf jahr­zehn­te­lan­ger Er­fah­rung im Pipe­line­be­trieb. Ziel ist es, Ri­si­ken prä­ven­tiv zu mi­ni­mie­ren und Stö­run­gen tech­nisch si­cher zu be­herr­schen.

Wie bleibt das CO2 im Un­ter­grund si­cher ge­bun­den?

CO2 wird in tie­fen geo­lo­gi­schen For­ma­ti­o­nen ge­spei­chert, de­ren Eig­nung ein­schließ­lich der Deck­schich­ten vor der Ge­neh­mi­gung stand­ort­spe­zi­fisch un­ter­sucht wird. Zu­sätz­lich grei­fen meh­re­re na­tür­li­che Bin­dungs­me­cha­nis­men: CO2 kann im Po­ren­raum des Ge­steins ein­ge­schlos­sen blei­ben, sich in salz­hal­ti­gem Was­ser lö­sen und lang­fris­tig mit dem Ge­stein zu fes­ten Kar­bo­na­ten rea­gie­ren.

Die­se Me­cha­nis­men wir­ken ge­mein­sam und zeit­lich ge­staf­felt. Sie sind wis­sen­schaft­lich be­schrie­ben und Ge­gen­stand der Über­wa­chung in Spei­cher­pro­jek­ten. Die geo­lo­gi­sche Spei­che­rung ist da­rauf aus­ge­legt, CO2 dau­er­haft zu­rück­zu­hal­ten; das tat­säch­li­che Ver­hal­ten wird stand­ort­spe­zi­fisch über­wacht.

Wie wird die Lang­zeit­über­wa­chung von CO2-Spei­chern si­cher­ge­stellt?

CO2-Spei­cher un­ter­lie­gen ge­setz­lich ge­re­gel­ten Lang­zeit­über­wa­chungs- und Nach­sor­ge­pflich­ten. Be­reits vor der In­be­trieb­nah­me wer­den Spei­cher geo­lo­gisch ge­prüft und be­wer­tet. Wäh­rend des Be­triebs er­fol­gen kon­ti­nu­ier­li­che Mes­sun­gen, et­wa zu Druck, seis­mi­scher Ak­ti­vi­tät und Stoff­strö­men.

Auch nach der Still­le­gung ist eine Über­wa­chung vor­ge­schrie­ben, bis die lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät nach­ge­wie­sen ist. Erst dann kann die Ver­ant­wor­tung über­ge­hen. Die EU-CCS-Richt­li­nie ent­hält hier­für Vor­ga­ben zur Über­wa­chung, Be­richt­er­stat­tung und zum Schutz der Um­welt.

Wel­chen Ein­fluss hat CO2 auf das Grund­was­ser?

CO2 wird aus­schließ­lich in tie­fen geo­lo­gi­schen For­ma­ti­o­nen ge­spei­chert, deut­lich un­ter­halb nutz­ba­rer Grund­was­ser­lei­ter. Zwi­schen Spei­cher und Grund­was­ser lie­gen meh­re­re na­tür­li­che Bar­rie­ren, ins­be­son­de­re dich­te Deck­schich­ten.

Stand­or­te wer­den vor­ab um­fas­send ge­prüft und wäh­rend des Be­triebs kon­ti­nu­ier­lich über­wacht. Das Ri­si­ko mög­li­cher Aus­wir­kun­gen auf das Grund­was­ser muss für je­den Stand­ort un­ter­sucht und durch Stand­ort­aus­wahl, Über­wa­chung und ge­ge­be­nen­falls Kor­rek­tur­maß­nah­men be­grenzt wer­den. Eu­ro­pä­i­sche und na­ti­o­na­le Vor­ga­ben ent­hal­ten An­for­de­run­gen zum Schutz der Grund­was­ser- und Trink­was­ser­res­sour­cen.

Wel­che Rol­le spielt bio­ge­nes CO2 für die Kli­ma­zie­le?

Bio­ge­nes CO2 stammt aus dem na­tür­li­chen Koh­len­stoff­kreis­lauf. Wird es ab­ge­schie­den und dau­er­haft ge­spei­chert, kann ein Net­to­ent­zug von CO2 aus der At­mo­sphä­re ent­ste­hen. Vo­raus­set­zung ist, dass die Treib­haus­gas­emis­si­o­nen der ge­sam­ten Pro­zess­ket­te ge­rin­ger sind als die dau­er­haft ge­spei­cher­te Men­ge bio­ge­nen CO2.

Un­ter die­sen Vo­raus­set­zun­gen kann Carbon Ma­nage­ment Ne­ga­tiv­emis­si­o­nen er­mög­li­chen. In einer trans­pa­ren­ten Treib­haus­gas­bi­lanz kön­nen die­se schwer ver­meid­ba­ren Rest­emis­si­o­nen ge­gen­über­ge­stellt wer­den. Es kann damit ein Be­stand­teil lang­fris­ti­ger Kli­ma­stra­te­gien sein – vo­raus­ge­setzt, An­rech­nung, Re­gu­lie­rung und In­fra­struk­tur sind klar ge­re­gelt.

In wel­chen Sek­to­ren fällt heu­te re­le­van­tes bio­ge­nes CO2 an?

Re­le­van­te Men­gen bio­ge­nen CO2 ent­ste­hen heu­te un­ter an­de­rem in der Bio­gas­er­zeu­gung, der Ab­fall­ver­wer­tung mit bio­ge­nem An­teil, der Zell­stoff- und Pa­pier­in­dus­trie so­wie in Klär­an­la­gen und Bio­mas­se­kraft­wer­ken.

Vie­le die­ser Quel­len lie­fern be­reits re­la­tiv rei­ne CO2-Strö­me, die sich ef­fi­zient ab­schei­den las­sen. Ob Pro­jek­te mit die­sen Quel­len zu Ne­ga­tiv­emis­si­o­nen füh­ren, hängt unter an­de­rem von der Her­kunft der Bio­mas­se, dem Ab­schei­de­grad, dem Ener­gie­ein­satz, dem Trans­port und der dau­er­haf­ten Spei­che­rung ab. BECCS wird in vie­len Kli­ma­sze­na­rien als eine Op­tion für den Um­gang mit schwer ver­meid­ba­ren Rest­emis­si­o­nen be­rück­sich­tigt.

Ver­län­gert CCU/S die Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe?

Nicht zwangs­läu­fig. Ob CCU/S die Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe ver­län­gert, hängt vom je­wei­li­gen An­wen­dungs­fall und von den re­gu­la­to­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ab. CCU/S folgt dem Grund­­satz “Ver­­mei­­dung vor Ab­­schei­­dung” fol­gend und ist recht­lich klar be­grenzt. CCS ist kein Ins­tru­ment für Koh­le­kraft­wer­ke und kein Er­satz für er­neu­er­ba­re Ener­gien oder Ef­fi­zienz­maß­nah­men.

CCU/S soll ge­zielt dort ein­ge­setzt wer­den, wo CO2-Emis­si­o­nen schwer ver­meid­bar sind, et­wa in der Grund­stoff­in­dus­trie. Ohne CCU/S dro­hen Stand­ort­ver­la­ge­run­gen und Carbon Leakage. Carbon Ma­nage­ment kann ver­hin­dern, dass ein Teil des pro­zess­be­dingt ent­ste­hen­den CO2 in die At­mo­sphä­re ge­langt. Die Wir­kung auf die Treib­haus­gas­bi­lanz hängt vom je­wei­li­gen An­wen­dungs­fall und von der ge­sam­ten Pro­zess­ket­te ab.