Hamburg kann zentraler Standort für Carbon Management werden
Copyright: gettyimages.de/Nikada
10.03.2026

Neue Studie zeigt: Hamburg kann zentraler Standort für Carbon Management werden

Eine ak­tu­el­le Stu­die von DMT Energy Engineers und TÜV NORD EnSys zur Ent­wick­lung ei­ner kli­ma­neu­tra­len Koh­len­stoff­wirt­schaft in Ham­burg zeigt deut­lich: Carbon Ma­nage­ment wird ein zen­tra­ler Bau­stein für die in­dus­tri­el­le Trans­for­ma­tion der Me­tro­pol­re­gion sein.

Die Un­ter­su­chung ana­ly­siert erst­mals um­fas­send die CO2-Po­ten­zi­a­le, In­fra­struk­tur­be­dar­fe und Ak­teurs­struk­tu­ren ent­lang ei­ner zu­künf­ti­gen CCUS-Wert­schöp­fungs­ket­te. Ins­ge­samt iden­ti­fi­zie­ren die Au­to­ren ein Ab­schei­de­po­ten­zi­al von rund 1,5 Mil­li­o­nen Ton­nen CO2 pro Jahr aus un­ver­meid­ba­ren Punkt­quel­len in Ham­burg – mehr als die Hälf­te da­von aus bio­ge­nen Quel­len. Die größ­ten Po­ten­zi­a­le lie­gen in der Ab­fall­wirt­schaft so­wie in der Me­tall­in­dus­trie.

Da­rü­ber hi­naus fal­len im in­dus­tri­el­len Um­feld der Me­tro­pol­re­gion wei­te­re rund drei Mil­li­o­nen Ton­nen schwer ver­meid­ba­rer CO2-Emis­si­o­nen an, et­wa in Raf­fi­ne­rien, der Me­tall­pro­duk­tion oder der Ze­ment­in­dus­trie. Die­se Men­gen zei­gen die zen­tra­le Be­deu­tung eines funk­ti­o­nie­ren­den Carbon-Ma­nage­ment-Sys­tems für eine er­folg­rei­che De­kar­bo­ni­sie­rung der In­dus­trie.

Nach Ein­schät­zung der Stu­dien­au­to­ren könn­te die Ab­schei­dung un­ver­meid­ba­rer Emis­si­o­nen die in­dus­tri­el­len CO2-Emis­si­o­nen Ham­burgs um bis zu 19 Pro­zent re­du­zie­ren. Gleich­zei­tig wird deut­lich, dass eine CO2-Wert­schöp­fungs­ket­te er­heb­li­che In­fra­struk­tur­in­ves­ti­ti­o­nen er­for­dert – ins­be­son­de­re für Trans­port, Zwi­schen­la­ge­rung und Auf­be­rei­tung von CO2.

Als Trans­port­op­ti­o­nen kom­men Pipe­line, Schie­ne, Stra­ße und Was­ser­we­ge in Be­tracht. Ins­be­son­de­re der Ha­fen könn­te da­bei eine zen­tra­le Rol­le als lo­gis­ti­scher Kno­ten­punkt für CO2-Strö­me spie­len.

Die Stu­die un­ter­streicht zu­gleich be­ste­hen­de He­raus­for­de­run­gen: Un­ter­neh­men se­hen der­zeit vor al­lem feh­len­de In­fra­struk­tur, wirt­schaft­li­che Un­si­cher­hei­ten und ei­nen un­zu­rei­chen­den re­gu­la­to­ri­schen Rah­men als zen­tra­le Hemm­nis­se für In­ves­ti­ti­o­nen in Carbon-Ma­nage­ment-Tech­no­lo­gien.

Die Au­to­ren emp­feh­len da­her ein kla­res po­li­ti­sches Be­kenn­tnis zum Auf­bau eines re­gi­o­na­len Carbon-Ma­nage­ment-Sys­tems so­wie die Ein­rich­tung einer Koor­di­nie­rungs­stel­le, die In­dus­trie, In­fra­struk­tur­be­trei­ber und Po­li­tik zu­sam­men­bringt.

Die Stu­die be­stä­tigt: Um in­dus­tri­el­le De­kar­bo­ni­sie­rung zu er­mög­li­chen, braucht es ei­nen funk­ti­o­nie­ren­den Markt für CO2-Ma­nage­ment, ver­läss­li­che re­gu­la­to­ri­sche Rah­men­be­din­gun­gen und den zü­gi­gen Auf­bau ei­ner CO2-Trans­port­in­fra­struk­tur.

Dass TÜV NORD als Mit­glied der DCMI maß­geb­lich an der Stu­die be­tei­ligt ist, zeigt zu­dem die wich­ti­ge Rol­le der Ini­ti­a­ti­ve als Platt­form für In­dus­trie, In­fra­struk­tur­be­trei­ber und Tech­no­lo­gie­an­bie­ter beim Auf­bau einer CO2-Wert­schöp­fungs­ket­te in Deutsch­land.

Quelle: https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/studie-carbon-management-in-der-freien-und-hansestadt-hamburg-wege-zu-einer-nachhaltigen-und-kl

Weitere News

  • Zementwerk von Dyckerhoff

    BIK-Förderung unterstützt Projekte von Zement bis CO₂-Abscheidung

    Das Bundeswirtschaftsministerium hat im Rahmen der Bundesförderung für Industrie und Klimaschutz (BIK) insgesamt 38 Industrieprojekte ausgezeichnet. Mit dem Förderprogramm unterstützt der Bund Vorhaben, die als Vorreiter für eine nachhaltige, innovative und ressourcenschonende Industrie wirken und einen Beitrag zur Transformation energieintensiver Produktionsprozesse leisten. Die nun ausgewählten Projekte (…)

  • The Berlaymont Building in Brussels.

    Wichtige CO₂-Infrastrukturprojekte als PCI ausgezeichnet

    Die Europäische Kommission hat mit dem CO₂-Transportnetz der OGE und dem Delta Rhine Corridor zwei bedeutende CO₂-Infrastrukturvorhaben als Projects of Common Interest (PCI) ausgezeichnet. Das CO₂-Transportnetz der OGE soll ein bundesweites Pipeline-System mit Anbindungen an industrielle Cluster und grenzüberschreitenden Verbindungen aufbauen, das perspektivisch mehrere Millionen (…)

  • Molekül CO2

    Umfrage zu CCS zeigt Informationsbedarf: Deutschland zwischen Zustimmung und Skepsis

    Eine re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge un­ter 5.000 deut­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Sep­tem­ber gibt Ein­bli­cke in die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung von Carbon Capture and Storage (CCS) in Deutsch­land. Die Um­fra­ge wur­de von navos und der Deut­schen Carbon Ma­nage­ment Ini­ti­a­ti­ve (DCMI) in Auf­trag ge­ge­ben und von Civey durch­ge­führt. Zen­tra­le (…)

  • CO2-Molekül

    „Wir brauchen einen Markt für negative Emissionen“

    Im In­ter­view mit ener­gate messenger be­tont Dr. Timm Kehler, Vor­stand von DIE GAS- UND WASSERSTOFF­WIRTSCHAFT, die Re­le­vanz von Carbon Ma­nage­ment für die Trans­for­ma­tion der In­dus­trie zur Kli­ma­neu­tra­li­tät. Au­ßer­dem er­läu­tert er, was nun pas­sie­ren muss, da­mit Carbon Ma­nage­ment in Deutsch­land Rea­li­tät wird. Interview lesen

  • Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpG)

    Carbon Management zü­gig er­mög­li­chen – Ver­bän­de un­ter­stüt­zen Ge­set­zes­vor­ha­ben der Bun­des­re­gie­rung

    Ver­bän­de be­grü­ßen Ge­set­zes­ini­ti­a­ti­ve zu Carbon Ma­nage­ment – für Kli­ma­schutz, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und In­ves­ti­ti­ons­si­cher­heit. Ein ver­läss­li­cher Rechts­rah­men schafft Rück­grat für kli­ma­neu­tra­le In­dus­trie. CO2 -Trans­port­net­ze und -Spei­cher er­öff­nen neue Wert­schöp­fung in Deutsch­land. An­läss­lich der Ex­per­ten­an­hö­rung im Deut­schen Bun­des­tag be­grü­ßen Die Deut­sche Carbon Ma­nage­ment Ini­ti­a­ti­ve (DCMI), die Carbon Ma­nage­ment Allianz (CMA) (…)

  • Harald-field

    Schwenk beteiligt sich am CCS-Projekt Bifrost in der Nordsee

    Das Bau­stoff­un­ter­neh­men Schwenk er­wirbt eine Be­tei­li­gung am Carbon Capture and Storage (CCS)-Pro­jekt Bifrost. Das Pro­jekt zählt zu den be­deu­tends­ten CCS-Pro­jek­ten in der Nord­see. Es baut auf Li­zen­zen zur Spei­che­rung in drei­ aus­ge­dien­ten Gas­fel­dern in der Nord­see – Harald West, Harald East und dem sa­li­nen Aqui­fer (…)

  • Five Everllence compressor trains will be deployed for Net Zero Teesside Power and Northern Endurance Partnership

    CO2-Kompressoren für CCS-Leuchtturmprojekte in Großbritannien

    Everllence wur­de mit der Lie­fe­rung der CO2 Kom­pres­sor­sys­te­me für Net Zero Teesside Power (NZT Power) und der Northern Endurance Part­ner­ship (NEP) be­auf­tragt – zwei Leucht­turm­pro­jek­te im Rah­men der von der bri­ti­schen Re­gie­rung ge­för­der­ten De­kar­bo­ni­sie­rungs­ini­ti­a­ti­ve East Coast Cluster im Nord­os­ten Eng­lands. NZT Power wird das ers­te kom­mer­zi­el­le (…)

  • Die Northern Lights-Kohlenstoffabscheidungs- und -speicherungsanlagen in Øygarden außerhalb von Bergen

    Erste CO2-Mengen bei Northern Lights gespeichert

    Erste CO2-Mengen bei Northern Lights gespeichert Die welt­weit ers­te CO2-Trans­port- und Spei­cher­an­la­ge eines Dritt­an­bie­ters ist nun in Be­trieb und trägt zur Re­du­zie­rung der eu­ro­pä­i­schen Treib­haus­gas­emis­si­o­nen bei. Das CO2 wird per Schiff vom Ze­ment­werk von Hei­del­berg Materials in Brevik trans­por­tiert. An­schlie­ßend wird es aus­ge­la­den und durch eine (…)

  • Bundestag – Gesetzgebung

    Bundesregierung ebnet den Weg für CO2-Speicherung und -Nutzung (CCS und CCU)

    Das Bun­des­ka­bi­nett hat heu­te den Ge­setz­ent­wurf zur Än­de­rung des Koh­len­di­o­xid-Spei­che­rungs­ge­set­zes be­schlos­sen. Mit dem Ge­setz sol­len die An­wen­dung von CCS (Carbon Capture and Storage) und CCU (Carbon Capture and Utilization) so­wie der Trans­port und die Spei­che­rung von CO2 er­mög­licht wer­den. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Reiche: „Ein wich­ti­ger Mei­len­stein für die In­dus­trie. Das (…)

  • Molekül CO2

    Bundeskartellamt ohne wettbewerblichen Bedenken gegen CO2-Pipelineprojekte

    Das Bundeskartellamt hat gestern sein kartellrechtliches Einverständnis zu zwei CO2-Pipelineprojekten gegeben, das Open Grid Europe (OGE), Deutschlands größter Gasfernleitungsnetzbetreiber, mit dem ostdeutschen Fernleitungsnetzbetreibern Ontras Gastransport und dem belgischen Betreiber Fluxys realisieren möchte. Aufgrund des hohen Investitionsvolumens hatte OGE das Bundeskartellamt um Hinweise gebeten, falls Kartellrechtliche (…)

  • Aktionsplan zur Speicherung und Nutzung von Kohlendioxid (CCS/CCU)

    Bayerischer Aktionsplan zur Speicherung und Nutzung von Kohlendioxid (CCS/CCU) vorgelegt

    Bayerns Wirt­schafts­mi­nis­ter Hubert Aiwanger hat einen bay­e­ri­schen Ak­ti­ons­plan zur Spei­che­rung und Nut­zung von Koh­len­dio­xid (CCS/CCU) vor­ge­legt. Ziel ist es, den Un­ter­neh­men im Frei­staat Pla­nungs­si­cher­heit zu ver­schaf­fen. Haupt­be­trof­fe­ne In­dus­trie­zwei­ge für schwer oder nicht ver­meid­ba­re CO2-Emis­si­o­nen sind vor al­lem die bay­e­ri­sche Kalk-, Ze­ment-, Mi­ne­ral­öl­in­dus­trie und die Ab­fall­wirt­schaft (…)

  • Bundestag – Gesetzgebung

    CO2-Speicherung: Gesetz schafft dringend benötigten Rahmen für den Markthochlauf

    Mit dem heutigen Ende der Verbändeanhörung zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpG) rückt die politische Gestaltung eines CO2-Marktes in Deutschland einen entscheidenden Schritt näher. Der Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft begrüßt in seiner Stellungnahme den Gesetzentwurf als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur industriellen Transformation. An (…)

  • CO2-Molekül

    Norwegen und Frankreich schließen Vereinbarung über grenzüberschreitenden CO2-Transport und -Speicherung

    Eine Vereinbarung zwischen Norwegen und Frankreich ermöglicht den Transport von CO2 aus französischen Industrieemissionsquellen nach Norwegen zur sicheren Lagerung unter dem Meeresboden der Nordsee. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einem gemeinsamen europäischen Markt für Kohlenstoffmanagement. „Diese Vereinbarung ist ein Durchbruch für die europäische Klimazusammenarbeit. (…)

  • Turning point for CCS is now, DNV report finds, with global capture and storage capacity expected to quadruple by 2030

    Der Wendepunkt für CCS ist jetzt – weltweite Abscheidungs- und Speicherkapazität wird sich bis 2030 voraussichtlich vervierfachen, zeigt DNV Bericht

    Laut DNV‘s neuem Bericht Energy Transition Outlook: CCS to 2050 Report werden die kumulierten Investitionen in die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich 80 Milliarden USD erreichen. DNV prognostiziert, dass sich die Abscheidungs- und Speicherkapazität bis 2030 vervierfachen wird. Bislang war das (…)