
Neue Studie zeigt: Hamburg kann zentraler Standort für Carbon Management werden
Eine aktuelle Studie von DMT Energy Engineers und TÜV NORD EnSys zur Entwicklung einer klimaneutralen Kohlenstoffwirtschaft in Hamburg zeigt deutlich: Carbon Management wird ein zentraler Baustein für die industrielle Transformation der Metropolregion sein.
Die Untersuchung analysiert erstmals umfassend die CO2-Potenziale, Infrastrukturbedarfe und Akteursstrukturen entlang einer zukünftigen CCUS-Wertschöpfungskette. Insgesamt identifizieren die Autoren ein Abscheidepotenzial von rund 1,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus unvermeidbaren Punktquellen in Hamburg – mehr als die Hälfte davon aus biogenen Quellen. Die größten Potenziale liegen in der Abfallwirtschaft sowie in der Metallindustrie.
Darüber hinaus fallen im industriellen Umfeld der Metropolregion weitere rund drei Millionen Tonnen schwer vermeidbarer CO2-Emissionen an, etwa in Raffinerien, der Metallproduktion oder der Zementindustrie. Diese Mengen zeigen die zentrale Bedeutung eines funktionierenden Carbon-Management-Systems für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Industrie.
Nach Einschätzung der Studienautoren könnte die Abscheidung unvermeidbarer Emissionen die industriellen CO2-Emissionen Hamburgs um bis zu 19 Prozent reduzieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass eine CO2-Wertschöpfungskette erhebliche Infrastrukturinvestitionen erfordert – insbesondere für Transport, Zwischenlagerung und Aufbereitung von CO2.
Als Transportoptionen kommen Pipeline, Schiene, Straße und Wasserwege in Betracht. Insbesondere der Hafen könnte dabei eine zentrale Rolle als logistischer Knotenpunkt für CO2-Ströme spielen.
Die Studie unterstreicht zugleich bestehende Herausforderungen: Unternehmen sehen derzeit vor allem fehlende Infrastruktur, wirtschaftliche Unsicherheiten und einen unzureichenden regulatorischen Rahmen als zentrale Hemmnisse für Investitionen in Carbon-Management-Technologien.
Die Autoren empfehlen daher ein klares politisches Bekenntnis zum Aufbau eines regionalen Carbon-Management-Systems sowie die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die Industrie, Infrastrukturbetreiber und Politik zusammenbringt.
Die Studie bestätigt: Um industrielle Dekarbonisierung zu ermöglichen, braucht es einen funktionierenden Markt für CO2-Management, verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und den zügigen Aufbau einer CO2-Transportinfrastruktur.
Dass TÜV NORD als Mitglied der DCMI maßgeblich an der Studie beteiligt ist, zeigt zudem die wichtige Rolle der Initiative als Plattform für Industrie, Infrastrukturbetreiber und Technologieanbieter beim Aufbau einer CO2-Wertschöpfungskette in Deutschland.
Quelle: https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/studie-carbon-management-in-der-freien-und-hansestadt-hamburg-wege-zu-einer-nachhaltigen-und-kl













