Positionen

German Carbon Management Initiative
15.11.2025

Positionspapier zur Konsultation des Förderprogramms Klimaschutzverträge in Vorbereitung des Gebotsverfahrens 2026

Kli­ma­schutz­ver­trä­ge sind ein zen­tra­les Ins­tru­ment, um den Markt­hoch­lauf von CO2-Ab­schei­dung, -Nut­zung und -Spei­che­rung (CCU/S) in Deutsch­land zu er­mög­li­chen. Sie glei­chen in der frü­hen Trans­for­ma­tions­pha­se Mehr­kos­ten aus, schaf­fen Pla­nungs­si­cher­heit und sen­ken In­ves­ti­tions­ri­si­ken für emis­sions­in­ten­si­ve Bran­chen. Rich­tig aus­ge­stal­tet und an die spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen von CCU/S an­ge­passt, kön­nen sie den schnel­len Auf­bau von Markt- und In­fra­struk­turen ent­schei­dend vo­ran­brin­gen.

Stellungnahme zu einem ersten Gesetz zur Änderung des HSEG und Vertragsgesetz zur Ratifizierung der Änderung von Artikel 6 des sog. Londoner Protokoll
05.09.2025

Stellungnahme zu einem ersten Gesetz zur Änderung des HSEG und Vertragsgesetz zur Ratifizierung der Änderung von Artikel 6 des sog. Londoner Protokoll

Mit den vor­lie­gen­den Re­fe­ren­ten­ent­wür­fen zur Än­de­rung des Hohe-See-Ein­brin­gungs­ge­set­zes (HSEG) und zur Ra­ti­fi­zie­rung der Än­de­rung von Ar­ti­kel 6 des Lon­do­ner Pro­to­kolls wird eine zen­tra­le Rechts­lü­cke ge­schlos­sen. Da­mit wird das in­ter­na­ti­o­na­le Ver­bot des grenz­über­schrei­ten­den CO2-Trans­ports auf­ge­ho­ben und die­se Än­de­rung in deut­sches Recht um­ge­setzt. So ent­steht die recht­li­che Grund­la­ge, um künf­tig CO2 zur Spei­che­rung ins Aus­land – ins­be­son­de­re in Off­shore-Spei­chern – ex­por­tie­ren zu kön­nen und da­mit ei­nen wei­te­ren Bau­stein für einen ver­läss­li­chen, in­ves­ti­ti­ons­freund­li­chen Rah­men für den CCS-Hoch­lauf zu schaf­fen.

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpG)
04.07.2025

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpG)

Der vor­lie­gen­de Ge­setz­ent­wurf zur Än­de­rung des Koh­len­dio­xid­spei­che­rungs­ge­set­zes schafft erst­mals die Grund­la­ge für die rechts­si­che­re An­wen­dung von CCU/S-Tech­no­lo­gien und den Auf­bau einer CO2-In­fra­struk­tur. Die Deut­sche Carbon Ma­nage­ment Ini­ti­a­ti­ve (DCMI) be­grüßt die­sen Schritt aus­drück­lich – for­dert aber ge­ziel­te Nach­bes­se­run­gen, um In­ves­ti­ti­ons­si­cher­heit zu ge­währ­leis­ten und Deutsch­land als In­dus­trie- und In­fra­struk­tur­stand­ort im eu­ro­pä­i­schen CO2-Markt zu­kunfts­fest auf­zu­stel­len.

CO2-Transport
17.03.2025

Positionspapier Carbon Management: Rahmenbedingungen für CCU/S-Projekte in Deutschland und Europa schaffen

Die Carbon-Management-Strategie der Bun­des­re­gie­rung ist ein zen­tra­ler Schritt zur Re­duk­tion schwer ver­meid­ba­rer Emis­si­o­nen und zur Schaf­fung von Ne­ga­tiv­emis­si­o­nen. Sie muss mit der Was­ser­stoff- und Bio­mas­se­stra­te­gie ver­zahnt wer­den. Zu­gleich braucht es einen EU-wei­ten CO2-Markt und glo­ba­le Ge­schäfts­mo­del­le, um eine zir­ku­lä­re Koh­len­stoff­wirt­schaft zu eta­blie­ren.

FAQ

Wel­che Rolle kann Carbon Ma­nage­ment als Er­gän­zung zur Emis­si­ons­ver­mei­dung spie­len?

Carbon Ma­nage­ment er­gänzt die Emis­si­ons­ver­mei­dung dort, wo tech­ni­sche oder wirt­schaft­liche Grenz­en er­reicht sind. In vie­len In­dus­trie­pro­zes­sen ent­ste­hen auch bei ma­xi­ma­ler Ef­fi­zienz und dem Ein­satz er­neu­er­ba­rer Ener­gien un­ver­meid­ba­re CO2-Emis­si­o­nen. CCU/S er­mög­licht es, die­se Emis­si­o­nen ab­zu­schei­den, zu nut­zen oder dau­er­haft zu spei­chern.

Carbon Ma­nage­ment steht da­bei nicht im Wett­be­werb zur Ver­mei­dung, son­dern er­gänzt sie ge­zielt. In­ter­na­ti­o­na­le Ana­ly­sen zei­gen, dass ohne CCU/S Kli­ma­neu­tra­li­tät nicht er­reich­bar ist. In Kom­bi­na­ti­on mit Ef­fi­zienz, er­neu­er­ba­ren Ener­gien und Pro­zess­um­stel­lun­gen ist Carbon Ma­nage­ment ein un­ver­zicht­ba­rer Be­stand­teil ei­nes rea­lis­ti­schen und in­dus­tri­ell trag­fä­hi­gen Kli­ma­schutz­pfads.

Wie kann CCU/S zur in­dus­tri­el­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit bei­tra­gen?

CCU/S er­mög­licht es emis­si­ons­in­ten­si­ven In­dus­trien, ih­re Pro­duk­ti­on zu de­kar­bo­ni­sie­ren und gleich­zei­tig Wert­schöp­fung, Ar­beits­plät­ze und In­ves­ti­ti­o­nen am Stand­ort Deutsch­land zu si­chern. Un­ter­neh­men kön­nen CO2-Kos­ten be­gren­zen und re­gu­la­to­ri­sche Ri­si­ken re­du­zie­ren, oh­ne Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten ins Aus­land zu ver­la­gern.

Der Auf­bau ei­ner CO2-Wert­schöp­fungs­ket­te schafft zu­dem neue Ge­schäfts­mo­del­le, tech­no­lo­gi­sche Kom­pe­tenz und Ex­port­chan­cen. Gleich­zei­tig si­chern CCU/S-fä­hi­ge In­fra­struk­tu­ren den An­schluss an ent­ste­hen­de eu­ro­pä­i­sche CO2-Märk­te. Carbon Ma­nage­ment ist da­mit ein in­dus­trie­po­li­ti­sches Ins­tru­ment zur Trans­for­ma­tion und zur Si­che­rung in­ter­na­ti­o­na­ler Wett­be­werbs­fä­hig­keit.

In wel­chen In­dus­trie­zwei­gen kön­nen CCU/S-Tech­no­lo­gien ein­ge­setzt wer­den?

CCU/S kommt ins­­be­­son­­de­­re in In­­dus­­trien mit un­­ver­­meid­­ba­­ren pro­­zess­­be­­ding­­ten Emis­­si­­o­­nen zum Ein­­satz. Da­­zu zäh­­len vor al­­lem die Ze­­ment- und Kalk­­in­­dus­­trie, die Che­­mie- und Stahl­­in­­dus­­trie, Raf­­fi­­ne­­rien so­­wie die Ab­­fall­­wirt­­schaft.

Auch bei der Bio­methan-Pro­duk­tion und der Her­stel­lung von CO2-ar­mem Was­ser­stoff spielt CCU/S eine wich­ti­ge Rol­le. In die­sen Be­rei­chen ent­ste­hen Emis­si­o­nen, für die es ab­seh­bar kei­ne voll­stän­di­gen Al­ter­na­ti­ven gibt. CCU/S bie­tet hier eine prak­ti­kab­le und ska­lier­ba­re Lö­sung zur Emis­si­ons­min­de­rung und ist ein zen­tra­ler Bau­stein für die Trans­for­ma­tion die­ser In­dus­trien zur Kli­ma­neu­tra­li­tät.

Wel­che CO2-Nut­zungs­op­ti­o­nen gibt es?

CO2 kann stoff­lich ge­nutzt wer­den, et­wa in der che­mi­schen In­dus­trie zur Her­stel­lung von Me­tha­nol, syn­the­ti­schen Kraft­stof­fen, Po­ly­me­ren oder Was­ser­stoff­de­ri­va­ten. Auch in der Bau­stoff­in­dus­trie wird CO2 ge­nutzt, bei­spiels­wei­se durch mi­ne­ra­li­sche Bin­dung in Be­ton oder Ze­ment.

Die­se An­wen­dun­gen kön­nen fos­si­le Roh­stof­fe er­set­zen und zur Kreis­lauf­wirt­schaft bei­tra­gen. Gleich­zei­tig ist klar: Nicht das ge­sam­te ab­ge­schie­de­ne CO2 kann ge­nutzt wer­den, Spei­che­rung bleibt not­wen­dig. Für den Markt­hoch­lauf der CO2-Nut­zung braucht es kla­re re­gu­la­to­ri­sche Rah­men­be­din­gun­gen, An­rech­nungs­re­geln und wirt­schaft­li­che An­rei­ze.

Wa­rum sind Ska­len­ef­fek­te ent­schei­dend für die Wirt­schaft­lich­keit von CCU/S?

CCU/S ist ka­pi­tal­in­ten­siv und wird mit zu­neh­men­der Grö­ße deut­lich wirt­schaft­li­cher. Grö­ße­re Ab­schei­de­an­la­gen, ge­mein­sa­me Trans­port­lei­tun­gen und zen­tra­le Spei­cher sen­ken die Kos­ten pro Ton­ne CO2 er­heb­lich. Stan­dar­di­sie­rung und Be­triebs­er­fah­rung re­du­zie­ren In­ves­ti­tions- und Be­triebs­kos­ten.

Ska­len­ef­fek­te sind Vo­raus­set­zung da­für, CCU/S vom Pi­lot­pro­jekt in die in­dus­tri­el­le An­wen­dung zu über­füh­ren. Des­halb sind ge­mein­sam ge­nutz­te Clus­ter- und In­fra­struk­tur­lö­sun­gen zen­tral. Sie ver­meivden in­ef­fi­zien­te Pa­ral­lel­struk­tu­ren, sen­ken ge­samt­wirt­schaft­li­che Kos­ten und er­mög­li­chen einen ge­ord­ne­ten Markt­hoch­lauf von Carbon-Ma­nage­ment-Tech­no­lo­gien.

Wie kön­nen re­le­van­te Men­gen CO2 kos­ten­ef­fi­zient ge­sam­melt und trans­por­tiert wer­den?

Die Bün­de­lung von Emis­si­o­nen in In­dus­trie­clus­tern ist der Schlüs­sel für ei­nen kos­ten­ef­fi­zien­ten CO2-Trans­port. Clus­ter schaf­fen aus­rei­chend Vo­lu­men für ge­mein­sam ge­nutz­te Trans­port- und Spei­cher­in­fra­struk­tu­ren und sen­ken da­mit die Kos­ten pro Ton­ne CO2.

Gleich­zei­tig re­du­zie­ren sie In­ves­ti­tions­ri­si­ken, er­leich­tern Ge­neh­mi­gun­gen und er­mög­li­chen einen schritt­wei­sen In­fra­struk­tur­aus­bau. In­dus­trie­clus­ter eig­nen sich zu­dem als Pi­lot­räu­me, um Tech­no­lo­gien, Ge­schäfts­mo­del­le und re­gu­la­to­ri­sche Pro­zes­se zu er­pro­ben. Sie bil­den da­mit die Grund­la­ge für einen ska­lier­ba­ren und wirt­schaft­li­chen Hoch­lauf von Carbon-Ma­nage­ment-In­fra­struk­tu­ren.

Wel­che Trans­port­lö­sun­gen für CO2 gibt es?

CO2 kann per Pipe­line, Schiff, Bahn oder Lkw trans­por­tiert wer­den – ab­hän­gig von Men­ge, Ent­fer­nung und Aus­bau­pha­se. Für gro­ße und kon­ti­nu­ier­li­che Vo­lu­mi­na sind Pipe­lines lang­fris­tig die wirt­schaft­lichs­te Lö­sung und bil­den das Rück­grat künf­ti­ger CO2-Net­ze.

In der Hoch­lauf­pha­se spie­len mul­ti­mo­da­le Trans­port­lö­sun­gen eine wich­ti­ge Rol­le. Sie er­mög­li­chen auch klei­ne­ren oder de­zen­tra­len Emit­ten­ten den Zu­gang zu Spei­cher- und Nut­zungs­in­fra­struk­tu­ren. Die Kom­bi­na­tion ver­schie­de­ner Trans­port­op­ti­o­nen schafft Fle­xi­bi­li­tät und er­mög­licht einen schritt­wei­sen, markt­ge­rech­ten Aus­bau.

Wel­che Rol­le spie­len Ha­fen­stand­or­te für CO2-Ex­port und in­ter­na­ti­o­na­le Lie­fer­ket­ten?

Ha­fen­stand­or­te sind zen­tra­le Kno­ten­punk­te für in­ter­na­ti­o­na­le CO2-Lie­fer­ket­ten. Sie ver­bin­den in­dus­tri­el­le Emis­sions­quel­len mit Re­gi­o­nen mit gro­ßen geo­lo­gi­schen Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten, et­wa in Nor­we­gen, den Nie­der­lan­den oder Dä­ne­mark.

Über CO2-Ter­mi­nals wird das Gas ver­flüs­sigt, zwi­schen­ge­la­gert und per Schiff zu Offshore-Spei­chern trans­por­tiert. Hä­fen er­mög­li­chen da­mit Ska­lier­bar­keit und Fle­xi­bi­li­tät im Hoch­lauf und si­chern die An­bin­dung Deutsch­lands an den ent­ste­hen­den eu­ro­pä­i­schen CO2₂-Markt.

Ist der CO2-Trans­port per Pipe­line si­cher?

Ja. Der CO2-Trans­port per Pipe­line ist tech­nisch er­probt und si­cher. In­ter­na­ti­o­nal be­ste­hen jahr­zehn­te­lan­ge Be­triebs­er­fah­run­gen mit tau­sen­den Ki­lo­me­tern CO2-Lei­tun­gen. In Eu­ro­pa gel­ten stren­ge recht­li­che und tech­ni­sche Vor­ga­ben, un­ter an­de­rem auf Ba­sis der EU-CCS-Richt­li­nie.

Mo­der­ne Pipe­lines ver­fü­gen über kon­ti­nu­ier­li­che Über­wa­chung, au­to­ma­ti­sche Ab­schalt­sys­te­me und Leckage­er­ken­nung. Bau und Be­trieb un­ter­lie­gen um­fas­sen­den Ge­neh­mi­gungs- und Kon­troll­pflich­ten. CO2-Pipe­lines sind da­mit eine si­che­re und be­währ­te Trans­port­lö­sung für gro­ße Men­gen.

Was pas­siert im Fal­le eines Lecks – et­wa in einer CO2-Lei­tung?

CO2-Pipe­lines dür­fen nur mit um­fas­sen­den Si­cher­heits- und Not­fall­kon­zep­ten be­trie­ben wer­den. Die­se wer­den re­gel­mä­ßig über­prüft und fort­ge­schrie­ben. Im Er­eig­nis­fall grei­fen mehr­stu­fi­ge Si­cher­heits­me­cha­nis­men, et­wa au­to­ma­ti­sche Druck­ab­sen­kung, Ab­sperr­ar­ma­tu­ren und de­fi­nier­te Ein­satz­plä­ne.

Zu­sätz­lich wer­den Lei­tun­gen kon­ti­nu­ier­lich über­wacht, um Ab­wei­chun­gen früh­zei­tig zu er­ken­nen. Die ein­ge­setz­ten Tech­no­lo­gien ba­sie­ren auf jahr­zehn­te­lan­ger Er­fah­rung im Pipe­line­be­trieb. Ziel ist es, Ri­si­ken prä­ven­tiv zu mi­ni­mie­ren und Stö­run­gen tech­nisch si­cher zu be­herr­schen.

Wie bleibt das CO2 im Un­ter­grund si­cher ge­bun­den?

CO2 wird in tie­fen geo­lo­gi­schen For­ma­ti­o­nen ge­spei­chert, die durch dich­te Deck­schich­ten zu­ver­läs­sig ab­ge­dich­tet sind. Zu­sätz­lich grei­fen meh­re­re na­tür­li­che Bin­dungs­me­cha­nis­men: CO2 bleibt im Po­ren­raum des Ge­steins ein­ge­schlos­sen, löst sich in salz­hal­ti­gem Was­ser und rea­giert lang­fris­tig mit dem Ge­stein zu fes­ten Kar­bo­na­ten.

Die­se Me­cha­nis­men wir­ken ge­mein­sam und zeit­lich ge­staf­felt. Ih­re Wirk­sam­keit ist wis­sen­schaft­lich be­legt und durch in­ter­na­ti­o­na­le Pro­jek­te mit jahr­zehn­te­lan­ger Be­triebs­er­fah­rung be­stä­tigt. Geo­lo­gi­sche Spei­che­rung ist da­mit dau­er­haft si­cher und kon­trol­lier­bar.

Wie wird die Lang­zeit­über­wa­chung von CO2-Spei­chern si­cher­ge­stellt?

CO2-Spei­cher un­ter­lie­gen ge­setz­lich ge­re­gel­ten Lang­zeit­über­wa­chungs- und Nach­sor­ge­pflich­ten. Be­reits vor der In­be­trieb­nah­me wer­den Spei­cher geo­lo­gisch ge­prüft und be­wer­tet. Wäh­rend des Be­triebs er­fol­gen kon­ti­nu­ier­li­che Mes­sun­gen, et­wa zu Druck, seis­mi­scher Ak­ti­vi­tät und Stoff­strö­men.

Auch nach der Still­le­gung ist eine Über­wa­chung vor­ge­schrie­ben, bis die lang­fris­ti­ge Sta­bi­li­tät nach­ge­wie­sen ist. Erst dann kann die Ver­ant­wor­tung über­ge­hen. Die An­for­de­run­gen orien­tie­ren sich an der EU-CCS-Richt­li­nie und si­chern Trans­pa­renz und Um­welt­schutz.

Wel­chen Ein­fluss hat CO2 auf das Grund­was­ser?

CO2 wird aus­schließ­lich in tie­fen geo­lo­gi­schen For­ma­ti­o­nen ge­spei­chert, deut­lich un­ter­halb nutz­ba­rer Grund­was­ser­lei­ter. Zwi­schen Spei­cher und Grund­was­ser lie­gen meh­re­re na­tür­li­che Bar­rie­ren, ins­be­son­de­re dich­te Deck­schich­ten.

Stand­or­te wer­den vor­ab um­fas­send ge­prüft und wäh­rend des Be­triebs kon­ti­nu­ier­lich über­wacht. Un­ter die­sen Vo­raus­set­zun­gen ist das Ri­si­ko ei­nes Ein­flus­ses auf das Grund­was­ser äu­ßerst ge­ring. Der Schutz der Trink­was­ser­res­sour­cen ist durch stren­ge eu­ro­pä­i­sche und na­ti­o­na­le Vor­ga­ben recht­lich ab­ge­si­chert.

Wel­che Rol­le spielt bio­ge­nes CO2 für die Kli­ma­zie­le?

Bio­ge­nes CO2 stammt aus dem na­tür­li­chen Koh­len­stoff­kreis­lauf. Wird es ab­ge­schie­den und dau­er­haft ge­spei­chert, ent­steht ein Net­to-Ent­zug von CO2 aus der At­mo­sphä­re. Im Ge­gen­satz zu fos­si­len Emis­si­o­nen wird kein zu­sätz­li­cher Koh­len­stoff frei­ge­setzt.

Bio­ge­nes Carbon Ma­nage­ment er­mög­licht da­mit Ne­ga­tiv­emis­si­o­nen, die not­wen­dig sind, um un­ver­meid­ba­re Rest­emis­si­o­nen aus­zu­glei­chen. Es ist ein wich­ti­ger Bau­stein lang­fris­ti­ger Kli­ma­stra­te­gien – vo­raus­ge­setzt, An­rech­nung, Re­gu­lie­rung und In­fra­struk­tur sind klar ge­re­gelt.

In wel­chen Sek­to­ren fällt heu­te re­le­van­tes bio­ge­nes CO2 an?

Re­le­van­te Men­gen bio­ge­nen CO2 ent­ste­hen heu­te un­ter an­de­rem in der Bio­gas­er­zeu­gung, der Ab­fall­ver­wer­tung mit bio­ge­nem An­teil, der Zell­stoff- und Pa­pier­in­dus­trie so­wie in Klär­an­la­gen und Bio­mas­se­kraft­wer­ken.

Vie­le die­ser Quel­len lie­fern be­reits re­la­tiv rei­ne CO2-Strö­me, die sich ef­fi­zient ab­schei­den las­sen. Be­son­ders im länd­li­chen Raum bie­ten sie Po­ten­zi­a­le für Ne­ga­tiv­emis­si­o­nen. Tech­no­lo­gien wie BECCS gel­ten in na­he­zu al­len Kli­ma­sze­na­rien als not­wen­dig, um Rest­emis­si­o­nen aus­zu­glei­chen.

Ver­län­gert CCU/S die Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe?

Nein. CCU/S folgt dem Grund­satz „Ver­mei­dung vor Ab­schei­dung“ und ist recht­lich klar be­grenzt. CCS ist kein Ins­tru­ment für Koh­le­kraft­wer­ke und kein Er­satz für er­neu­er­ba­re Ener­gien oder Ef­fi­zienz­maß­nah­men.

CCU/S wird ge­zielt dort ein­ge­setzt, wo Emis­si­o­nen nicht ver­meid­bar sind, et­wa in der Grund­stoff­in­dus­trie. Ohne CCU/S dro­hen Stand­ort­ver­la­ge­run­gen und Carbon Leakage. Carbon Ma­nage­ment be­schleu­nigt die Trans­for­ma­tion, statt sie zu ver­zö­gern, und si­chert Kli­ma­schutz un­ter rea­lis­ti­schen Be­din­gun­gen.